Weihnachten und Neujahr
Alle Jahre wieder
kommt das Christuskind
auf die Erde nieder
wo wir Menschen sind.
Schaut, was wir hier unten treiben.
in der, für ihm erdachten Zeit.
Sieht all' die Freuden, all' das Leiden
auf der Erde weit und breit.
Sieht nicht nur den Lichterglanz,
sondern auch die dunklen Schatten.
Überschaut das Schauspiel ganz:
Sieht auch die Armen unter Ratten.
Wird Zeuge auch von Attentaten.
Hört die Schüsse und Granaten.
Sieht, wie Völker Völker morden
in Afrika - an Asiens Orten.
Sieht Weihnachten als Blendwerk nur.
Vom wahren Frieden keine Spur.
Sieht hier die vollen dicken Bäuche,
dort die vor Hunger kranken Kinder.
Freut sich ein bisschen über Bräuche.
Erkennt Fassaden - schaut dahinter.
Schaut in, mit Waren vollgestopften Läden.
Sieht drinnen Menschen, die mit Wägen,
durch die Gänge irren, laufen,
um zu kaufen - kaufen - kaufen.
Sieht meistens große Hektik nur -
von stader Zeit kaum eine Spur.
Hört nur vereinzelt leise Töne:
Aus Kinderstuben - feine, schöne.
Die Kinder sind's auch, die dem Kind,
noch eine echte Freude sind.
Kennt die, die sich nur selbst beschenken.
Sieht aber auch die vielen Spenden -
das nur für Tage währende Erbarmen
mit Arbeitslosen und den Armen.
Kann in der Kirche Menschen seh'n,
die sonst nie in die Kirche geh'n.
Es schmerzt ihm, diese Heuchelei.
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Das Christkind weint:
"Bei all' dem Glanz, bei all' dem Schenken,
vergessen sie, an mich zu denken.
Nur noch in der Heil'gen Nacht
wird manchmal auch an mich gedacht."
"Egal - ich werde wieder kommen.
der Armen wegen - Guten, Frommen.
Der Kranken und der Kinder wegen,
Um zu bringen Gottes Segen."
"Auch wegen jene, die nur fluchen.
Morden, stehlen, Streit nur suchen,
um Sie dazu zu bewegen,
ihr teuflisch' Sinnen aufzugeben."
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Das Christkind sich ins Kisschen drückt:
"Gottlob! Nicht alle Menschen sind verrückt."
Erwin P. Kandel
Die ersten vier Zeilen habe ich mir von Wilhelm Hey geliehen.
Zum Jahreswechsel
Es ist traurig, aber wahr:
Global gesehn, wird Jahr für Jahr,
das neue, wie das alte war.
Geredet wird nur und gedacht.
Zu Stande aber nichts gebracht.
Bei Gipfeltreffen Starrsinn nur.
Von Einigung kaum eine Spur.
Es wird versprochen und gelogen,
nichts festgemacht - nur stets verschoben.
Vertröstet auf das nächste Jahr.
Statt mit den Feinden Frieden schließen,
Terror nur und morden - schiessen.
Raffsucht, Geldgier bei den Reichen.
Ein Wahnsinn - Irrsinn sondersgleichen.
Den Mächtigen gehts nur um Macht
An das Volk wird nicht gedacht.
Es herrscht die Gier - das Kapital.
Man denkt an sich, denkt nicht sozial.
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Ihr reichen Stinker, Diktatoren,
Regierungen mit tauben Ohren,
Umweltsfeinde, Terroristen,
Juden, Moslems und auch Christen:
Laßt die Gier nach Macht und Geld.
Schont die Natur, den Rest der Welt.
Behaltet eure milden Gaben.
Gebt denen das, was sie nicht haben:
Arbeit, Land - genug zum Leben.
Gebt allen Menschen - Stück für Stück
was ihr geraubt, ganz schnell zurück.
Sorgt für Gerechtigkeit und Frieden,
dann wirds sicher gut hienieden.
Dann wird vielleicht schon dieses Jahr,
besser als das alte war.
Wäre das nicht wunderbar ?
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Die Schöpfung hat dem Mensch zum Leben,
ein Hirn zum Denken mitgegeben.
Was nützt es aber, wenns versagt,
wo es hauptsächlich gefragt ?
Man sollte mehr das Herz befragen,
denn das kann uns die Antwort sagen,
wo Hirne irren und versagen.
Erwin P. Kandel
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